Winterreifen im Winter!

Quelle: DVR

Was macht einen Winterreifen zum Winterreifen? Wann sollte man umrüsten? Und wieso ist die Fahrt mit Sommerreifen im Winter ein Sicherheitsrisiko?

Diese und andere Fragen beantworten wir Ihnen hier:

Warum umrüsten?

Warum umrüsten?

Seit dem 4. Dezember 2010 ist die neue Winterreifenverordnung in Kraft. Sie schreibt vor, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte Kraftfahrzeuge nur mit Winterreifen gefahren werden dürfen. Wer also nicht rechtzeitig umrüstet, muss sein Kraftfahrzeug bei der genannten Wetterlage stehen lassen. Wer ohne Winterreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von bis zu 80,- EUR sowie Punkte in Flensburg.

Für die situative Winterreifenpflicht sprechen gute Gründe.

Beispiel: Bei 50 km/h kommt ein Wagen mit Winterreifen nach 31 m zum Stehen, mit Sommerreifen erst nach 62 m. Schnee und Eis erfordern kälteflexible, weiche Laufstreifenmischungen und ein besonders Profil mit feinen Lamellen, die den bestmöglichen Grip erzeugen.

Die Ansprüche an Reifen weichen in der kalten und warmen Jahreszeit sehr stark voneinander ab. Um im Winter ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort zu erzielen, ist ein Umrüsten auf Winterreifen unerlässlich.

Fünf gute Gründe, im Herbst auf Winterreifen umzurüsten:

  • Kürzere Bremswege auf Matsch, Schnee und Eis
  • Bußgelder und Punkte in Flensburg vermeiden
  • Bestmöglicher Grip durch kälteflexible, weiche Laufstreifenmischungen und Lamellen
  • Besseres Handling
  • Räder drehen nicht so schnell durch

Wann umrüsten?

Wann umrüsten?

In anderen Ländern ist klar geregelt, wann Autofahrer von Sommer- auf Winterreifen umzurüsten haben. Eine gesetzliche Vorgabe, ab welchem Datum Kraftfahrzeuge mit Winterreifen ausgerüstet sein müssen, existiert in Deutschland nicht.

Allerdings gilt in Deutschland seit dem 4. Dezember 2010 für Kraftfahrzeuge die Pflicht, bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte mit Winterreifen ausgestattet zu sein (Fragen- und Antwortenkatalog zur situativen Winterreifenpflicht).

Da der Wintereinbruch nicht mit einem bestimmten Datum verbunden ist und in Deutschland zudem von Region zu Region auch sehr unterschiedliche Witterungsbedingungen herrschen, haben sich zwei gängige Faustregeln durchgesetzt:

  1. Winterreifen von Oktober bis Ostern

    Wir empfehlen allen Autofahrern, mit dem Wechsel nicht auf das erste Glatteis oder sogar den ersten Schneefall zu warten, sondern im Oktober auf Winterreifen umzurüsten. – Dann laufen Sie nicht Gefahr, Ihr Auto bei einem plötzlichen Wintereinbruch stehenlassen zu müssen, um Unfälle und Bußgelder zu vermeiden.

  2. Winterreifen ab Temperaturen unter 7°C

    Die zweite Faustregel wird häufig diskutiert, weil sie bei Reifentests nicht immer belegt werden kann, was insbesondere mit der Fahrbahnbeschaffenheit zusammen hängt. Dennoch lässt sich generell sagen: Die Leistung von Winterreifen nimmt bei Temperaturen unter 5°C kontinuierlich zu, die von Sommerreifen dagegen ab. Die Erfahrung zeigt: Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man auf Winterreifen umrüsten, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 7°C liegen.
    Dagegen sollte man im Frühjahr besser abwarten und auf Nummer sicher gehen, bevor wieder die Sommerreifen zum Einsatz kommen.

Tipps zum Winterreifenkauf

Tipps zum Winterreifenkauf

Muss ich neue Winterreifen kaufen oder halten meine alten noch durch?

Am besten erkennt dies der Fachmann. Gerne geben wir Ihnen einige Anhaltspunkte an die Hand: Neue Reifen werden auf jeden Fall nötig, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

1. Die Profiltiefe beträgt weniger als 4 mm

Bei einer Profiltiefe unter 4 mm schwinden die so wichtigen Lamellen, womit der Winterreifen seine typischen Wintereigenschaften verliert.

2. Die Reifen sind zehn Jahre und älter

Die Nutzungsdauer von Reifen an Pkw ist grundsätzlich weder gesetzlich noch technisch eingeschränkt. Allerdings sollten Reifen, die zehn Jahre und älter sind, unbedingt einem Sicherheitsscheck durch einen Reifenfachmann hinsichtlich eventueller Schädigungen, wie Alterungsrisse etc und der weiteren Verwendungsmöglichkeit unterzogen werden.

3. Die Reifen weisen Beulen oder Risse auf

Beulen und Risse weisen häufig auf Beschädigungen des Reifen-Unterbaus hin, die im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich die Lauffläche während der Fahrt löst.

Welcher Reifen ist der richtige für mich?

Viele Kriterien spielen eine Rolle bei der Auswahl des Reifens: Neben dem Preis muss auch die Qualität des Reifens stimmen, der Reifen muss außerdem zur eigenen Fahrweise und natürlich dem Auto passen.

Ihr Fachhändler kann Ihnen sagen, welcher Reifen der richtige für Sie ist, denn bei der großen Auswahl sind Reifen auf folgende Eigenschaften optimiert:

- auf Nässe für sicherheitsbewusste Fahrer
- auf Handling für eher sportliches Vorwärtskommen
- auf Komfort für bequemes Rollen.

Kann ich mich an Reifentests orientieren?

Reifentests können die Kaufentscheidung erleichtern. Man sollte in jedem Fall darauf achten, dass die getesteten Größen den für das Fahrzeug zugelassenen Dimensionen möglichst nahe kommen, denn mitunter weichen die Testergebnisse in unterschiedlichen Dimensionen deutlich voneinander ab.

Ich möchte möglichst preiswert einkaufen. Worauf muss ich achten?

Auf Billigangebote aus Fernost sollten Sie Ihrer Sicherheit zuliebe verzichten und einen Qualitätsreifen aus dem mittleren Segment vorziehen.

Und noch ein Tipp: Beim spezialisierten Reifenfachhandel sind Sie immer auf der sicheren Seite. Die Pneus werden perfekt montiert, sicher ausgewuchtet und die Altreifen außerdem fachgerecht entsorgt.

Was ist ein Winterreifen?

Was ist ein Winterreifen?

Nach der Winterreifenverordnung gelten entsprechend der europäischen Typengenehmigungsverfahren für Reifen (UN-ECE-Regelungen Nr. 30 – Pkw-Reifen, Nr. 54 Lkw-Reifen und Nr. 75 Zweiradreifen bzw. der EU-Richtlinie 92/23) alle Reifen als Winterreifen, die mit einer M+S-(oder M.S.-  oder M&S-) Kennzeichnung versehen sind. Das gilt auch für Allwetter-/Ganzjahresreifen, wenn sie die M+S-Kennzeichnung haben.

Dies trifft allerdings nicht für alle Pkw-, Off Road- und SUV-Reifen zu, die für die USA produziert werden, da die Reifenhersteller für diesen Markt i.d.R. alle Reifen, also auch Sommer- und Geländereifen mit M+S kennzeichnen- und nicht ganz ausgeschlossen werden kann, dass auch in Deutschland, wenn auch in geringen Mengen, solche Reifen am Markt zu finden sind. Insofern sollten Sie sich also beim Reifenkauf im Zweifel lieber von Ihrem Reifenfachhändler vor Ort beraten lassen, denn der steht Ihnen gegenüber diesbezüglich in der Sachmängelhaftung.

Deshalb müssen in den USA und Kanada M+S-Reifen das sogenannte Schneeflockensymbol tragen, um als Winterreifen zu gelten.  Basis für die Vergabe dieser Kennzeichnung ist ein gesonderter Eigentest der Reifenhersteller  auf Schnee gegenüber der US-amerikanischen Verkehrsbehörde. In Europa ist das Schneeflockensymbol zwar mittlerweile ebenfalls geregelt (EU-Verordnung 661/2009 bzw. UN-ECE-Regelung 117), wird aber erst nach 2017 gesetzlich verbindlich. Aus diesem Grund ist es nach der StVO nicht unbedingt erforderlich, dass ein Winterreifen in Deutschland mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet ist.

Eine Vielzahl von Reifenherstellern wendet die o.g. gesetzliche Grundlage auf freiwilliger Basis schon heute an (siehe Übersicht in: AutoRäderReifen -Gummibereifung 10/2013).

Sie können aber auch anhand des Profils relativ leicht selbst erkennen, ob es sich bei Ihrem Reifen um einen Winter-, Ganzjahres-, Sommer- oder Geländereifen handelt, siehe dazu den entsprechenden BRV-Flyer.

Laden Sie unseren Flyer "Woran erkenne ich ein Winterprofil?" herunter.

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Was Sie über Sommerreifen wissen müssen

Mit unserer Broschüre wollen wir aus Sicht der Verkehrssicherheit Antworten auf Fragen rund um Sommerreifen geben und über sicheres Fahren in der warmen Jahreszeit informieren.

Mehr dazu erfahren Sie in unserer Broschüre.

 

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